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Die Geschichte der Querflöte

Die Flöte gehört zu den ältesten Musikinstrumenten überhaupt. Es gibt Funde einer Knochenflöte, die bereits 19.000 Jahre alt ist. Die in Niederösterreich gefundene Flöte wurde aus dem Schienbein eines Rentieres gefertigt.
Die erste Darstellung einer Querflöte findet sich auch in einem Relief aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert vor Christus.
Auch aus dem Mittelalter gibt es einige Darstellungen und archäologische Funde von Querflöten. Hier wurde die Querflöte noch links vom Körper gehalten.

In der Renaissance fand sich dann die heute unter dem Namen Renaissance-Flöte bekannte Querflöte wieder. Sie entwickelte sich aus der Querpfeife und wurde als kunstvoll verziertes Instrument gebaut.
Wie auch die heutigen Flöten hatte sie eine zylindrische Form und Bohrung und verfügte über sechs kleine Fingerlöcher. Sie bestand jedoch nur aus einem einzigen Teil. Anders als die meisten Blockflöten der Epoche hatte die Renaissance-Querflöte einen Tonumfang von zweieinhalb Oktaven.

Im Barock verwendete man die sogenannte Traversflöte. Während die Querflöte der Renaissance keine Klappen besaß, hatte die Traversflöte eine dis-Klappe, was prinzipiell das Spielen aller Tonarten ermöglichte und dem Klangideal der Epoche eher entsprach. Dadurch hatte die Barockflöte allerdings auch einen geringeren Tonumfang und die Beweglichkeit des Spielers war im Vergleich zum Vorgänger eingeschränkt. Die Bohrung der Tonlöcher war eher konisch und die Flöte bestand aus drei Teilen, einem Kopf-, einem Mittel- und einem Fußstück. Im Hochbarock war das Mittelstück sogar noch in zwei Teile geteilt. Diese Mittelteile waren häufig austauschbar, um die Stimmung variieren zu können.

In den Epochen der Klassik und Romantik wurde die Komplexität der Querflöte erhöht, da aufgrund von lauter werdenden Orchestern ein kräftigeres, durchsetzungsfähigeres Instrument gewünscht wurde. Während zur Zeit Mozarts einklappige Flöten noch Standard waren, wurden ab Beginn des 19. Jahrhunderts immer mehr Klappen montiert, um die Spielbarkeit zu erleichtern.
Um einen kräftigeren Klang des Instruments zu erreichen, vergrößerte man später besonders in Großbritannien die konische Innenbohrung der Flöte, sowie das Anblasloch und die Grifflöcher. Die so entstandene, dominanter klingende Querflöte war nun auch schwerer zu Spielen und hatte einen mit der Oboe vergleichbaren Klang.
Noch heute wird diese weit gebohrte Art der Querflöte hergestellt. Sie wird jedoch nicht mehr in der klassischen Musik verwendet sondern in der modernen Folkmusik. Heute ist unter dem Begriff Querflöte vor allem die sogenannte Böhmflöte verbreitet.

Die Böhmflöte gilt als Durchbruch in der Querflötenherstellung. Sie wurde erst nach der Romantik erfunden. Der deutsche Flötist, Flötenbauer und Komponist Theobald Böhm (1794-1881) baute erstmals eine Querflöte in der heute verbreiteten zylindrisch gebohrten Form.
Böhm erfand im Jahre 1832 eine Flöte, die, wie auch die Renaissance-Querflöte, eine zylindrische Bohrung hatte. Er entwickelte des weiteren ein chromatisches Klappensystem, welches das Bohren der Tonlöcher nach rein akustischen Kriterien ermöglichte. Die Tonlöcher konnten also optimal positioniert und mithilfe der Fingerklappen trotzdem problemlos erreicht werden, da diese versetzt angebracht wurden.
Durch die Chromatik der alle auf der chromatischen Tonleiter vorhandenen Töne erzeugen, was die Komplexität der Flöten erhöhte.
Während sich die sogenannte Böhmflöte in Frankreich schnell durchsetzte, dauerte der Prozess in Deutschland deutlich länger.
Doch das System von Böhm hat sich durchgesetzt und wird noch heute beim Bau der meisten Querflöten verwendet und auch der Name „Böhm“ ist unter Kennern bis heute bekannt. Auch viele andere Holzblasinstrumente werden mittlerweile auf diese Weise gebaut.
Nachbauten älterer Querflötenformen wie der Renaissanceflöte und der Barockflöte haben heute ebenfalls wieder einen großen Beliebtheitswert. Besonders die Tarversflöte genießt als Zweitinstrument unter Flötisten großes Ansehen und wird gerne beim Spielen älterer Musik verwendet.

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