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Kaufratgeber Querflöte Teil II

– Materialien der Querflöte –

Das Material ist von grösster Bedeutung für den Klang einer Querflöte. Obwohl die Querflöte zu den Holzblasinstrumenten gehört, werden heute vor allem Metalle bei der Herstellung verwendet. Dabei müssen jedoch Kopf, Korpus und Mechanik nicht zwingend aus dem gleichen Material gefertigt sein. Viele Flötisten bevorzugen für das Kopfstück, welches den grössten Einfluss auf den Klang der Querflöte hat, ein anderes, höherwertiges Material als für den Rest der Querflöte.


Silber und Silberlegierung

Das Edelmetall Silber ist zwar härter als Gold, in Reinform ist es jedoch immer noch sehr weich und recht anfällig für Verschleiß. Daher eignet sich reines Silber nicht für den Bau von Querflöten und anderen Instrumenten und wird meist mit einem geringen Teil eines anderen Metalls, beispielsweise Kupfer, legiert.

Klanglich unterscheiden sich Querflöten, die aus einer Legierung bestehen, nur minimal von Instrumenten, die aus nahezu reinem Silber hergestellt werden. Jedoch ihre Spielbarkeit ist besser, da sich die Instrumente leichter ansprechen lassen. Sie eignen sich deshalb besonders für Anfänger mit einem etwas größeren Budget, aber auch Fortgeschrittene haben ihre Freude an einer Querflöte aus Silberlegierungen.

Da nicht alle Bestandteile der Querflöte aus einem Material gefertigt sein müssen, werden folgende Bezeichnungen von den Herstellern verwendet:

  • Vollsilberflöte: Kopf, Korpus und Mechanik sind aus Silber gefertigt
  • Vollsilberkopfflöte: der Kopf ist aus Silber, der Rest aus Neusilber versilbert gefertigt
  • Vollsilberrohrflöte: Kopf und Korpus sind aus Silber, die Mechanik ist aus Neusilber gefertig

Neusilber

Neusilber ist eine Legierung, die aus Nickel, Kupfer und Zink besteht und dadurch relativ preisgünstig ist. Querflöten aus Neusilber eignen sich gut für Anfänger, sind aber auch bei vielen fortgeschrittenen Spielern beliebt, da das Preis-/Leistungsverhältnis sehr gut ist. Gleichzeitig überzeugt eine Neusilber-Querflöte mit positiven Eigenschaften wie einer schnellen Ansprache und einer guten Projektion. Auf Grund der Härte des Materials klingt das Instrument meist etwas heller als vergleichbare Modelle, die aus weicherem Material hergestellt werden.

Aufgrund des Nickel-Anteils eignen sich die Instrumente aus Neusilber nicht für Menschen mit einer Nickelallergie. Abhilfe schafft eventuell eine Mundlochplatte aus Silber.


Sterling Silber und Britannia Silber

Die Flötenbauer experimentieren auch mit höheren Silberanteilen, um durch die hohe Materialdichte eine noch höhere Resonanzkraft zu erreichen. Spezielle Härteverfahren gewährleisten dabei dennoch eine geringere Anfälligkeit des Materials.

Eine der beliebtesten Silberlegierungen bei professionellen Bläsern ist Sterling Silber, welches mindestens 92,5 Prozent reines Silber enthält. Eine Querflöte aus Sterling Silber erzeugt brillante Töne und einen reichen Oberton. Es gibt Modelle mit unterschiedlich dicken Wänden, wobei der der Ton mit zunehmender Wanddicke voluminöser und kräftiger wird.

Mit 95,8 Prozent reinem Silber kommt beim Querflötenbau beispielsweise auch Britannia Silber zum Einsatz. Durch die hohe Dichte kommt eine Flöte aus Britannia Silber der klanglichen Tragfähigkeit einer Goldflöte bereits sehr nahe.

Aufgrund des hohen Silberanteiles spricht man der Einfachheit halber bei diesen Materialien von Silber.


Gold

Gold-Querflöten überzeugen mit einer angenehmen Spielbarkeit und klanglicher Vielseitigkeit. Sie werden aus Gold mit neun, 14, 18 oder 24 Karat hergestellt. Je höher die Karatzahl, desto brillanter der Klang. Da Gold besonders weich ist, wird es für den Flötenbau mit anderen Metallen vermischt.
Querflöten aus neunkarätigem Gold erzeugen reiche Obertöne, Modelle mit 14 Karat sind zusätzlich sehr flexibel in der Dynamik. Eine noch höhere Klangqualität bietet 18-karätiges Gold, das für einen vollen, dunklen Klang sorgt. Querflöten aus 24-karätigem Gold gehören zu den teuersten, aber hochwertigsten Modellen. Sie erzeugen einen üppigen, weichen Klang. Der Unterschied fällt bei dem hohen Preis jedoch gering aus, so dass sich dieses Instrument nur für Profis mit extrem feinen Gehör lohnt.


Platin

Aus dem extrem dichten und hochwertigen Metall Platin werden Instrumente gebaut, die einen kräftigen, durchdringenden und dunklen Klang produzieren. Platin-Flöten besitzen eine ausgeprägte und starke Tiefe. Für den schönen Klang muss der Spieler jedoch tief in die Tasche greifen: Querflöten, die aus Platin bestehen, gehören zu den seltensten Modellen und sind besonders teuer. Sie lohnen sich nur für Profimusiker.
Das Material ist zudem widerstandsfähig, langlebig und korrosionsbeständig. Wer beim Spielen viel an den Händen schwitzt, sollte daher eine Querflöte kaufen, die aus Platin besteht.


Kunststoff

Umstritten sind Querflöten aus Kunststoff. Einerseits sind diese Modelle preislich günstig und daher interessant für Anfänger. Andererseits unterscheidet sich ihr Klang etwas von Instrumenten, die aus hochwertigeren Materialien bestehen. Für Fortgeschrittene oder Profis sind sie ungeeignet.
Die Flöten werden aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff hergestellt, der lange haltbar, wasserfest und leicht zu pflegen ist. Das Material ist leichter als Metall oder Holz, was für Spieler gewöhnungsbedürftig sein kann.


Holz

Die Querflöte ist ein Holzblasinstrument, das bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch ausschließlich aus diesem Material hergestellt wurde. Damals gängige Holzarten wie Ebenholz oder Buchsbaum werden heute nur noch selten verwendet, da sie weich sind und schneller kaputtgehen. Heutige Querflöten aus Holz gehören zu den höherpreisigen Instrumenten. Dabei überzeugen sie mit einer sehr guten Ansprache, vollen Tönen und differenzierter Dynamik. Eine Querflöte aus Holz ist meist dickwandiger als eine, die aus Metall besteht. Dadurch wird das Instrument schwerer und der Blaswiderstand größer.
Das geeignetste und beliebteste Holz ist Grenadillholz, das aus Afrika kommt und auch zur Herstellung von anderen Holzblasinstrumenten wie Klarinetten verwendet wird. Es ist zielich unempfindlich, auch gegenüber Feuchtigkeit, und reißt nicht so leicht ein. Querflöten aus rotem Grenadillholz haben einen kräftigen, wärmeren Klang, während Flöten aus schwarzem Grenadillholz eher kernig klingen und eine obertonreiche Klangfarbe haben.
Alternativ kann eine Querflöte aus Kokosholz hergestellt werden, das einen besonders hellen Klang erzeugt. Das Holz ist relativ unempfindlich, kann sich bei Trockenheit aber verziehen oder Risse bilden.


 

Fazit

Heute kommen unterschiedlichste Materialien beim Querflötenbau zum Einsatz, wobei Metalle am weitesten verbreitet sind. Es überwiegen dabei Legierungen, welche für einen guten Klang stehen und dennoch erschwinglich sind. Aufgrund des optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis sind sie bei vielen Flötisten so beliebt. Im höheren Preissegment werden hochwertigere Materialien verarbeitet, deren Klangunterschied jedoch nur ein geübtes Ohr erfassen kann.

Wer eine Querflöte kaufen möchte, sollte daher ein Material wählen, das dem eigenen Empfinden nach gut in der Hand liegt und ein angenehmes Gewicht hat.

 

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Kaufratgeber Querflöte Teil I


Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis

In welcher Zielgruppe Sie kaufen sollten erfahren Sie Hier.

 

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Kaufratgeber Querflöte Teil III


Die Bestandteile und ihre Besonderheiten

Was sind die Merkmale und worauf muss man achten. Hier erfahren Sie mehr.

 

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Die Hersteller und ihre Besonderheiten

Jeder Hersteller findet die Liebe zum Detail. Hier erfahren Sie mehr.

 

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